Wohlbefinden am Arbeitsplatz für Aktuarinnen und Aktuare: Zentrale Erkenntnisse aus dem Wellhub-Bericht 2025

Der aktuellste Work-Life Wellness 2025-Bericht von Wellhub zeigt, dass Wohlbefinden am Arbeitsplatz längst keine Nebensache mehr ist, sondern eine klare Erwartung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. 85 % der Beschäftigten sind der Meinung, dass ihr Arbeitgeber eine Verantwortung für ihr Wohlbefinden trägt, und 83 % würden erwägen, das Unternehmen zu verlassen, wenn dies nicht der Fall ist. Diese Zahlen verdeutlichen den Wandel in den Erwartungen der Belegschaft und machen betriebliche Wohlfühlmaßnahmen zu einem zentralen Bestandteil von Talentbindung und Mitarbeiterzufriedenheit.
Für Aktuarinnen und Aktuare, die in einem hochanalytischen und oft zeitintensiven Berufsfeld tätig sind, ist es entscheidend, in ihr Wohlbefinden zu investieren. Stressmanagement, körperliche Gesundheit und finanzielle Stabilität haben einen direkten Einfluss auf Produktivität und Zufriedenheit. Der Bericht hebt die wichtigsten Strategien hervor, mit denen Aktuarinnen und Aktuare ihre Arbeitsweise gesünder gestalten und langfristig erfolgreich bleiben können.
Wichtige Bereiche des Wohlbefindens für Aktuarinnen und Aktuare
Der Bericht identifiziert fünf zentrale Bereiche, die das Wohlbefinden am Arbeitsplatz maßgeblich beeinflussen:
1. Mentale Gesundheit und Stressbewältigung
47 % der Beschäftigten geben an, dass Arbeitsstress ihre psychische Gesundheit negativ beeinflusst. Für Aktuarinnen und Aktuare, die täglich komplexe Risikobewertungen durchführen, ist ein effektives Stressmanagement unerlässlich.
Produktivitätsverluste durch Burnout kosten Unternehmen jährlich 322 Milliarden Dollar – ein erhebliches wirtschaftliches Risiko.
Empfehlungen: Achtsamkeitstechniken anwenden, regelmäßige Pausen einplanen und effiziente Zeitmanagement-Methoden nutzen, um den Stresspegel zu senken.
Arbeitgeber können durch Programme zur psychischen Gesundheit und eine offene Unternehmenskultur zur Entlastung beitragen.
2. Körperliches Wohlbefinden und Fitness
Nur 39 % der Beschäftigten betrachten sich als fit oder sehr fit, während 54 % angeben, dass ihre Arbeit regelmäßiges Training erschwert.
Da Aktuarinnen und Aktuare überwiegend sitzend arbeiten, können sie durch Bewegung im Arbeitsalltag – z. B. Stehschreibtische, kurze Spaziergänge oder regelmäßige Trainingseinheiten – ihr Wohlbefinden verbessern.
Unternehmen, die Fitnessprogramme anbieten, verzeichnen 20 % höhere Fitnesswerte unter ihren Beschäftigten.
3. Finanzielle Gesundheit und Stabilität
68 % der Beschäftigten geben an, dass finanzielle Engpässe sie daran hindern, in ihr Wohlbefinden zu investieren, und 47 % berichten, dass finanzielle Sorgen ihre psychische Gesundheit beeinträchtigen.
Auch in einem gut bezahlten Beruf wie der Aktuarwissenschaft ist ein durchdachtes Finanzmanagement entscheidend für das allgemeine Wohlbefinden.
Arbeitgeber können ihre Mitarbeitenden durch Finanzplanungsressourcen, transparente Gehaltsstrukturen und betriebliche Finanzbildungsangebote unterstützen.
4. Schlaf und Erholung
71 % der Beschäftigten schlafen weniger als die empfohlenen sieben Stunden pro Nacht, was sich negativ auf Produktivität und Stressniveau auswirkt.
Chronischer Schlafmangel erhöht langfristig das Risiko für gesundheitliche Probleme und beeinträchtigt kognitive Fähigkeiten – zwei essenzielle Komponenten für die Arbeit als Aktuarin oder Aktuar.
Arbeitgeber können dazu beitragen, indem sie flexible Arbeitszeiten fördern und nächtliche E-Mail-Kommunikation reduzieren.
5. Arbeitsplatzflexibilität und Unternehmenskultur
79 % der Beschäftigten, die Zugang zu Wellness-Programmen haben, berichten von höherer Zufriedenheit im Job, doch nur 12 % haben tatsächlich Zugang zu umfassenden Wohlfühlmaßnahmen.
Hybride und Remote-Arbeitsmodelle verbessern die Work-Life-Balance erheblich, insbesondere für Aktuarinnen und Aktuare, die für ihre Arbeit hohe Konzentration benötigen.
Eine Kultur der Wertschätzung, in der Arbeitszeiten respektiert und klare Erwartungen gesetzt werden, beugt Stress vor und fördert das allgemeine Wohlbefinden.
Der wirtschaftliche Nutzen von Investitionen in das Wohlbefinden
Der Bericht zeigt, dass Unternehmen, die in Wohlfühlprogramme investieren, einen positiven Return on Investment erzielen – mit 2 Dollar Gewinn für jeden investierten Dollar. Vorteile sind niedrigere Gesundheitskosten, weniger krankheitsbedingte Fehlzeiten und höhere Mitarbeiterbindung. Arbeitgeber in der Versicherungs- und Finanzbranche können durch gezielte Wellness-Maßnahmen nicht nur die Leistung ihrer Mitarbeitenden steigern, sondern auch Fluktuation reduzieren und die allgemeine Zufriedenheit verbessern.
Fazit: Konkrete Schritte für Aktuarinnen, Aktuare und Arbeitgeber
Um das eigene Wohlbefinden zu steigern, sollten Aktuarinnen und Aktuare folgende Maßnahmen ergreifen:
- Psychische Gesundheit priorisieren durch den Einsatz von Stressbewältigungstechniken und die Nutzung von Unternehmensangeboten zur mentalen Unterstützung.
- Mehr Bewegung in den Alltag integrieren, um die negativen Auswirkungen langer Sitzzeiten auszugleichen.
- Finanzielle Stabilität sicherstellen durch strategische Planung und die Nutzung betrieblicher Finanzbildungsangebote.
- Gesunde Schlafgewohnheiten etablieren, um langfristig leistungsfähig zu bleiben.
- Für flexible Arbeitsmodelle eintreten, die konzentriertes Arbeiten ermöglichen und Burnout vorbeugen.
Arbeitgeber sollten erkennen, dass die Förderung des Wohlbefindens nicht nur eine soziale Verantwortung ist, sondern auch ein entscheidender Faktor für langfristigen Unternehmenserfolg. Durch eine Arbeitsumgebung, die mentale, körperliche und finanzielle Gesundheit unterstützt, können sie Produktivität steigern, talentierte Aktuarinnen und Aktuare anziehen und eine nachhaltige Belegschaft aufbauen.