Status quo: Aktuarielle Fachkräfte und Arbeitsumfelder im Jahr 2026

Fünf Jahre nachdem der erste actupool Career Newsletter das aktuarielle Arbeitsleben vor dem Hintergrund von COVID-19, Lockdowns und Remote-Arbeit beleuchtete, geht es heute nicht mehr um die Frage, ob sich Arbeit verändert hat, sondern darum, welche Art von aktuariellem Arbeitsumfeld nun Gestalt annimmt.
Veröffentlicht am 19.03.2026
Desktop with people's arms and hands, laptops, coffee mugs

Als actupool im März 2021 seinen ersten Career Newsletter veröffentlichte, lag der Fokus ausdrücklich auf „COVID-19 – Impact on the work of actuaries“ und auf den unmittelbaren Realitäten des Remote Workings. Im Jahr 2026 ist das Bild umfassender. Aktuarielle Arbeit ist weiterhin flexibel, doch diese Flexibilität steht nun neben dem Einsatz von KI, höheren Anforderungen an Daten und einem stärkeren Fokus auf Resilienz, Zusammenarbeit und die Neugestaltung von Rollen, statt sie lediglich räumlich zu verlagern.

Das Umfeld am Arbeitsmarkt verändert sich rasant. Nach Angaben des World Economic Forum sollen bis 2030 weltweit 170 Millionen Arbeitsplätze entstehen und 92 Millionen wegfallen; zugleich werden voraussichtlich 39 % der heutigen Kompetenzprofile verändert oder überholt sein. LinkedIns Work Change Report 2025 weist in dieselbe Richtung: Bis 2030 werden sich 70 % der in den meisten Berufen genutzten Fähigkeiten verändern, und Berufseinsteigerinnen und -einsteiger von heute steuern darauf zu, im Laufe ihres Berufslebens doppelt so viele Positionen zu durchlaufen wie diejenigen, die vor 15 Jahren ins Berufsleben eingetreten sind. Für Aktuarinnen und Aktuare bedeutet das weniger geradlinige Karrierewege und mehr Bewegung zwischen klassischer Bewertungsarbeit, Risikomanagement, Daten, Kapital, Pricing und technologiegestützten Rollen.

Gleichzeitig setzen aktuarielle Arbeitgeber zunehmend auf Flexibilität. Im Insurance & Actuarial Talent Report 2025 von Selby Jennings gaben 89 % der Befragten an, dass sie die Möglichkeit zum Remote Working haben, 77 % verfügten über flexible Arbeitszeiten, und 68 % sagten, sie würden ein Stellenangebot ablehnen, wenn es eine vollständige Präsenzpflicht im Büro voraussetzt. Zugleich wird hybrides Arbeiten stärker gesteuert. Die Global Hybrid Work Study 2025 von Cisco zeigt, dass hybride Beschäftigte inzwischen 47 % der Befragten ausmachen, nach 63 % im Jahr 2022, und dass Beschäftigte in Finanz- und Versicherungsunternehmen zu den Gruppen gehören, die besonders vom Druck zur Rückkehr ins Büro betroffen sind; 67 % der Arbeitgeber in diesem Sektor nennen Produktivität als einen zentralen Grund dafür.

Die entscheidende Verschiebung im Jahr 2026 ist KI. Deloitte etwa argumentiert, dass Versicherer heute eine Belegschaft benötigen, die mit KI erfolgreich arbeiten kann – und nicht nur mit ihr experimentiert.

Quellen