Auch mal über’s Wetter reden…

Stärkung des Wir-Gefühls von Teams im Homeoffice
Veröffentlicht am 11.11.2020

Erfahrene Personaler*innen wissen um die Motivationskräfte eines starken Wir-Gefühls. Wer sich seinem Team zugehörig fühlt, der fühlt sich auch wohl. Und wer sich wohl fühlt, kann seine Energie effizient der eigentlichen Arbeit widmen. Ein ausgeprägter, stabiler Teamgeist sorgt folglich für mehr Motivation und Produktivität in der Bewältigung gemeinsamer Aufgaben.

Doch mit der Verlagerung der Arbeit ins Homeoffice stehen die altbewährten Mechanismen des Teambuildings plötzlich nicht mehr zur Verfügung. Von jetzt auf gleich sind gemeinsame Kaffee- und Mittagspausen, zufällige Begegnungen auf dem Flur oder das kurze Feedback quer über den Schreibtisch nicht mehr möglich. Und diese Sondersituation könnte sich über kurz oder lang von der Zwischenlösung zum neuen Standard entwickeln; zumindest wenn man das anhaltende Pandemiegeschehen oder Bundesarbeitsminister Heils Vorstoß zu einem „Recht auf Homeoffice“ betrachtet. Höchste Zeit also, sich gezielt mit dem Teambuilding im Homeoffice zu beschäftigen.

Aber wie?

Teambuilding im Homeoffice ist vor allem ein Kommunikationsthema. Doch welche Kommunikationsprinzipien sind zur Aufrechterhaltung (oder schon Wiederbelebung?) des Teamspirits hilfreich? 

Etablieren Sie feste Update-Termine

Die Nutzung technischer Plattformen, die die Teamkommunikation in Ton und Bild ermöglichen, ist mittlerweile zum flächendeckenden Standard geworden. Feste Update-Termine sollten dies ebenfalls sein. Halten Sie alle Teammitglieder stets auf dem neuesten Stand, stecken Sie gemeinsam Tages- und Wochenziele ab und halten Sie Fortschritte fest. So bleiben alle Akteur*innen am Ball und behalten damit auch den Bezug zu ihrem Schaffen.

Schaffen Sie transparente Arbeitszeiten 

Arbeitsbeginn 7.30 Uhr – wer ist außer mir schon so früh da? Wie lange kann ich Kollege Meier heute noch erreichen? Wann findet der wichtige Kundentermin von Frau Müller heute statt? Bleiben Sie durch eine transparente Arbeitsstruktur als Teammitglieder füreinander nahbar. 

Erhöhen Sie Ihre Kommunikationsfrequenz

Ein Großteil der Kommunikation am Arbeitsplatz funktioniert ganz automatisch nebenbei und wird oft nicht einmal als solche wahrgenommen. Eine Rückfrage kurz über den Tisch hinweg zu stellen oder in der Teeküche nach einer Info zu fragen, sind im Homeoffice nicht mehr möglich. Doch lassen Sie diese „kommunikative Beiläufigkeit“ nicht komplett unter den Tisch fallen – die meisten Plattformen bieten Chatfunktionen an, über die sich auch kurze Rückfragen schnell und flüchtig klären oder ein lustiger Kommentar zu einem Meeting versenden lassen. Die Faustregel dabei: Wer von sich hören lässt, geht nicht vergessen. Generell gilt, dass man im Homeoffice lieber einmal zu viel kommuniziert, als einmal zu wenig. 

Sprechen Sie auch mal über das Wetter

„Sprechen Sie ruhig einmal über das Wetter“, empfiehlt Kommunikationsexpertin Marie Hartmann im stepstone podcast „HR Snackbar“. Auch in derselben Stadt können in unterschiedlichen Stadtteilen zur selben Zeit verschiedene Wetterlagen herrschen. Das Sprechen über aktuelle Befindlichkeiten oder räumliche Situationen hilft Ihnen, sich ineinander hineinzuversetzen. Starten Sie jedes Meeting mit einem kurzen informellen Austausch. Es wird Sie einander näherbringen.

Initiieren Sie informelle Termine

Durch informelle Termine, in denen vorrangig persönliche Themen oder der übliche „Büroklatsch“ im Mittelpunkt stehen, bleiben Sie auch als Persönlichkeiten – nicht nur als Kolleg*innen – miteinander verbunden. Beispiele wären ein virtuelles Kaffeetrinken oder eine virtuelle Mittagspause. Zeige Sie Interesse aneinander!

Kommunizieren Sie Erfolge

Nichts motiviert so sehr, wie der eigene Erfolg. Achten Sie daher darauf, dass Sie alle gut gelungenen Projekte und erfolgreich absolvierten Aufgaben entsprechend für einen größeren Kreis kommunizieren. Auch im Homeoffice sollte das Lob durch die Vorgesetzten und den Kollegenkreis nicht fehlen. Denn gute Nachrichten verbessern die Laune wie von selbst. 

Mit diesen Tipps kann das Teambuilding im Homeoffice beginnen. Also, welche Botschaft senden Sie zuerst?